Juli 29, 2010

Winning tastes so much sweeter after a moment of failure

Zwei Tage sind nun seit dem Ironman Switzerland vergangen. Zeit um nachzudenken und zu reflektieren. Eigentlich bin ich bin in einer guten Verfassung an den Start gegangen. Und doch endete es in meinem bisher schlechtesten Ironman überhaupt. Ich musste zwar schon dreimal ein Ironman Rennen aufgeben, doch waren die Gründe dafür eine gebrochene Sattelklammerung, eine schwerer Verletzung (Logensyndrom) und ein komplett unterkühlter Körper.

Am vergangenen Sonntag schien es schon von Anfang an nicht mein Tag zu werden. Ich führte zwar beim Schwimmen 3.8km lang das Feld an, aber ich schwamm fast 3 Minuten langsamer als in den Jahren zuvor. Obwohl dieses Mal die Schwimmbedingungen nicht besser hätten sein können. Aber das wäre ja noch das kleinste meiner Probleme gewesen. Ironman Rennen gewinnt man nicht im Schwimmen. Ob der Abstand zu den grössten Verfolgern nun ein paar Sekunden oder 2-3 Minuten ist, spielt eigentlich nur in Hawaii eine Rolle, wo das Aufspringen auf den Schnellzug vorne doch einen grossen Vorteil darstellt.

Ich sprang also voller Vorfreude auf ein spannendes Rennen aufs Rad. Ich hatte mich auch sehr gut angezogen und ein extra Shirt über meinen Wettkampfdress gezogen, eines darunter. Also war mir eigentlich nicht kalt. Die ersten 1- 1.5h auf dem Rad waren Temperaturen von 14° – 16°C angesagt. Und ich kann mir meinen muskulären Totalausfall nur so erklären, dass ich mit meinen 3.1% Körperfettanteil, einfach extrem anfällig bin. Meine Gesäss – und hintere Oberschenkelmuskulatur hat jedenfalls nach 5km Radfahren so geschmerzt, dass ich teilweise nur noch stehend fahren konnte.

Ich fuhr trotzdem weiter und versuchte wenigstens ein wenig meinen Rhythmus zu finden. Mit der Hoffnung, dass nach der ersten Runde die Temperaturen langsam Richtung 20°C klettern und meine Muskulatur wieder besser durchblutet werden würde. Aber anscheinend war der Schaden schon zu gross. Der stechende Schmerz in der Beinmuskulatur blieb und ist auch heute, zwei Tage nach dem Rennen noch gereizt und sehr schmerzhaft. Es gilt nun nach weiteren Ursachen zu forschen. Es kann ja nicht sein, dass ich bei solchen Temperaturen, die ja eigentlich ganz in Ordnung sind, nicht leistungsfähig sein kann.

Schlussendlich ist zwarder muskuläre Schmerz bis heute geblieben, aber noch grösser ist der Schmerz, welchen ich verspürte, als ich in all die enttäuschten Gesichter der vielen, nur wegen mir angereisten, Leute blickte. Es waren so viele wie noch nie. Es tut mir so leid, dass ich den Erwartungen nicht gerecht wurde. Ich hoffe ihr verzeiht mir diesen Tag und verliert den Glauben nicht an mich. Ich werde wieder nach Zürich zurückkehren, bis ich diesen Sieg in meiner Tasche habe. So schnell werde ich nicht aufgeben.

Das Wochenende hatte trotz meinem rabenschwarzen Tag noch einen Glanzpunkt. Und zwar mit dem Sieg von Nicole am Samstag im Swiss Cup Rennen. Nicole fuhr die 40km Rad nur 1Minute langsamer als die schnellsten Profi Männer. Und dann noch die 10km in 38min Laufen, mit nur wenig Lauftraining, das hat mich einmal mehr beeindruckt. Man darf gespannt sein, was Nicole in den nächsten Monaten noch für Rennen zeigen wird.

Mein Fokus gilt nun erstmals den Europameisterschaften über die 70.3 Ironman Distanz in Wiesbaden am 15.August. Und der Hawaii Ironman ist ja auch nur noch 11 Wochen weit entfernt. Vielleicht ist es gerade eine Chance, jetzt einmal keinen Ironman im Sommer in den Beinen zu haben.
Also, vorwärts schauen und wie hat Nicole so schön auf unser black board geschrieben “winning tastes so much sweeter after a moment of failure” !

Euer

Mathias

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