Juli 9, 2009

Ironman Europameisterschaft, Ironman Germany 2009

Die Vorbereitung auf Frankfurt lief eigentlich nicht optimal. Ich hatte nach dem misslungenen Saisonstart in Australien (Ironman Australia) mit einer hartnäckigen Fussentzündung zu kämpfen. Dies hat mich vor allem beim Lauftraining sehr eingeschränkt. So konnte ich z.B. die letzten 3 Monate nur 4 Lauftrainings mit Tempo <3.40min/km absolvieren. Das ist natürlich alles andere als ideal. Ich konnte dafür beim Radfahren etwas mehr Reize setzen und bin meine zwei lokalen Alpenpässe so oft wie noch nie abgefahren. Bei diesem Weltklassefeld war ein Top 10 Rang schon ein gutes Ziel.

Nach dem Schwimmen kam ich dann als 2ter aus dem Wasser und hatte daher sämtliche taktische Optionen offen. Es formierte sich eine starke Spitzengruppe und wir konnten den Vorsprung auf Favoriten wie ChrisMcCormack lange bei 3 min halten. Leider bin ich dann nach ca. 80km kurz falsch gefahren. Faris Al-Sultan ist vor mir rechts, statt geradeaus, aus einem Kreisel hinaus gefahren. Einem Medienmotorrad nach. Ein ganz dummer Fehler welcher mich über eine Minute auf die nachher führenden Eneko Ilanos und Andreas Realert gekostet hat. Ich fuhr dann mit der Wut in Bauch die grosse Lücke wieder zu. Das dauerte aber ca. 50km und hat unheimlich viel Kraft gekostet. Ich fuhr nur 10-15km mit Ilanos und Raelert mit und musste sie dann wieder ziehen lassen. Ich hatte vorher zu viel Energie verpufft. Nach einigen Kilometern kamen Chris McCormack, Timo Bracht und Frank Vytrisal von hinten. Ich konnte das hohe Tempo von diesen drei gut mitgehen. Ich hatte wirklich einen sensationellen Tag auf dem Rad. Beim Laufen musste ich Timo und Chris ziehen lassen. Ich konzentrierte mich von da an auf die Verteidigung des 5ten Platzes. Ich wollte ein gutes Resultat nicht noch mit einer riskanten Tempobeschleunigung riskieren. So lief ich einen soliden Marathon und hatte Faris Al-Sultan nach hinten bis am Schluss auf sicherem Abstand. In Hawaii kann ich dann beim Laufen wieder viel mehr riskieren und werde dann hoffentlich auch mehr wieder in schnelleren Bereichen trainiert haben.

Unglaublich, was in Frankfurt abgeht. 500 000 Zuschauer, eine super Organisation und das beste Profi Feld ausserhalb Hawaii. Es war ein hochintensives Rennen mit unglaublich schnellen Zeiten. Ich finishte in 8h11min. Eigentlich eine absolut Klassezeit. In Frankfurt gut genug für Platz 5. Ich nehme aber nur positives von diesem Rennen mit auf den Weg. Die Vorbereitung verlief überhaupt nicht optimal. Ganze 3 von 12 Wochen konnte ich ohne Schmerzen trainieren. Dass es jetzt trotzdem für so ein schnelles Rennen gereicht hat, ist natürlich sensationell und macht Hunger auf mehr. Ich werde bestimmt wieder zurück nach Frankfurt gehen. Es ist und bleibt das wichtigste Ironman Rennen ausserhalb Hawaii.

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